Die offizielle Pressemitteilung der Städteregion Aachen sowie aktuelle Informationen zur Lage finden Sie auf der Seite der Gemeinde Roetgen.

Einsatzbericht Feuerwehr  

Gegen 16:30 Uhr bildete sich westlich des Gewerbegebietes Roetgen eine Tornadozelle und bewegte sich innerhalb von rund 3 Minuten über die B258, den Stockläger zur Rotter Gasse / Hauptstraße weiter, von dort zum Kuhberg, dann weiter durch den Gemeindewald über die Rakkesch-Wiesen, den Roten Weg und über die Hahner Strasse. Von dort zog der Tornado weiter in das Simmerather Gemeindegebiet.

Einsatztaktische Maßnahmen:

Zunächst galt es eventuelle Personenschäden festzustellen. Oberste Priorität hatte die Rettung Verschütteter oder unter Trümmern eingeklemmter Personen.

Diese Erkundungsmaßnahmen wurden von den Einheiten im Schadensgebiet unter Leitung von Joachim Wynands und Rene Henn (FW Simmerath) durchgeführt und dauerten rund 1,5 Stunden. Dann stand jedoch fest, dass nur einige wenige Personen leichte Schnittverletzungen erlitten hatten.

Zeitgleich nahm der Führungsstab der FW Roetgen die Arbeit auf.

In Absprache mit dem Kreisbrandmeister, der zu der Zeit in der Leitstelle in Aachen tätig war, wurden umfangreiche Kräfte alarmiert (Feuerwehren, Technisches Hilfswerk, Rettungsdienste).

Der Stab wurde besetzt mit den beiden stellv. Leitern der FW Roetgen Frank Lenzen und Frank Peters sowie weiteren entsprechend ausgebildeten Führungskräften der FW, insbesondere der Zugführung Roetgen.

Hinzu kamen Fachberater des Technischen Hilfswerkes (Sven Kämmerling, später Thomas Johnen), der stellv. Kreisbrandmeister Jürgen Förster, Fachberater des Rettungsdienstes, Vertreter der Polizei sowie der SAE der Gemeinde Roetgen (Bürgermeister Jorma Klauss, Dirk Recker, Timothy Frings).

Zur weiteren Organisation der nachalarmierten Kräfte wurden zwei Bereitstellungsräume eingerichtet.

Nach Durchführung der Erkundung und der Versorgung bzw. dem Abtransport der Verletzten wurden THW- und FW-Einheiten ins Schadensgebiet beordert und begannen dort mit umfangreichen Sofortmaßnahmen.

Gefährliche Gegenstände wurden geborgen, notdürftige Absicherungen und Abdichtungen an Gebäuden angebracht, hängende Bäume gefällt, liegende Bäume aus dem Weg geräumt, Beleuchtung aufgebaut, ein Kuhstall mit Strom versorgt um die (bereits leidenden) Kühe melken zu können.

Diese Arbeiten dauerten bis etwa Mitternacht an. Dann waren jedoch tatsächlich alle aus Sicht der Feuerwehr akuten Gefahren beseitigt.

Zwischenzeitlich wurde durch den Stab die Verpflegung der Einsatzkräfte sowie Verpflegung und Unterbringung der Betroffenen organisiert.

Gegen 01:00 Uhr konnten die meisten Einsatzkräfte den Einsatz beenden werden. Das Gerätehaus blieb jedoch über Nacht durch Polizei sowie sechs Feuerwehr-Kräfte besetzt.

Folgender Schadensumfang konnte grob ermittelt werden:

  • 35 Häuser betroffen und 2 Hallen
  • etwa 10 Häuser nicht bewohnbar
  • 25 Häuser leicht bis mittelschwer beschädigt
  • 5 leicht verletzte Personen, davon 4 durch den Rettungsdienst in Krankenhäuser verbracht
  • ein PKW auf der B258 durch den Tornado auf die Seite geworfen (keine Verletzten). Dies war zudem der erste gemeldete Schaden und somit der Auslöser des ersten Alarms für die Feuerwehr.

Folgende Kräfte wurden in der Nacht eingesetzt:

  • 2 LZ (Löschzüge) aus Roetgen
  • 1 LZ aus Simmerath
  • 1 LZ aus Stolberg
  • 1 LZ aus Monschau
  • 3 LZ aus Aachen
  • 2 techn. Züge THW
  • 3 Fachgruppen Beleuchtung des THW
  • 1 Einsatzeinheit DRK für Betreuungsstelle
  • 1 ORGL (organisatorischer Leiter Rettungsdienst)
  • 1 LNA (leitender Notarzt)
  • 25 Kräfte der Polizeihundertschaft

Feuerwehr: 185 Einsatzkräfte

Techn. Hilfswerk: 50 Einsatzkräfte

Rettungsdienst: 64 Einsatzkräfte

Lagezentrum STR: 36 Einsatzkräfte

Summe nichtpolizeiliche Einsatzkräfte: 335

 Zusätzlich waren vor Ort:

  • mehrere Mitarbeiter von Bauhof und Forst, die sich außerhalb ihrer Arbeitszeit ganz erheblich in die Schadensbewältigung eingebracht haben
  • Mitarbeiter des Stromversorgers, da die Oberleitung der Straßenlaternen abgerissen war
  • Mitarbeiter des Wasserversorgers (zur Sicherheit, keine Schäden)
  • Ein Statiker des THW zwecks Begutachtung von Gebäudeschäden

Am folgenden Tag um 8:00 Uhr wurde der Einsatz durch 10 Kräfte der Feuerwehr fortgesetzt.

Das Gerätehaus blieb besetzt.

Unter Beteiligung des stellv. Kreisbrandmeisters Jürgen Förster sowie des SAE (Stab außergewöhnliche Ereignisse) der Gemeinde wurden zunächst eine umfangreiche Erkundung des Schadensgebietes durchgeführt.

In der nachfolgenden Lagebesprechung des SAE wurden die durchzuführenden Maßnahmen unter Beteiligung der Feuerwehr geplant.

Die weiteren Maßnahmen fielen in den Zuständigkeitsbereich des SAE, jedoch leistete die Feuerwehr noch bis etwa 18:00 Uhr Unterstützung.

Um 18:06 Uhr wurde der Einsatz beendet.

Insgesamt leisteten die Mitglieder der Feuerwehr Roetgen im Rahmen dieses Einsatzes 724 Dienststunden

Einsatzleiter: GBI F. Lenzen